Mantel – Sew along, Späteinstieg

Es braucht meist etwas länger, bis ich mich für die Teilnahme an einem Sew along entschließen kann. Wie bei allen Sachen muss ich mich erstmal hineinfühlen und mich fragen, will ich das, brauche ich das und wenn ja, wie soll es aussehen? Ihr wisst, ich arbeite nur mit eigenen Schnittmustern, die erst erstellt werden müssen. Wenn der Zeitplan passt, mag ich solche Aktionen sehr, da gern ein bisschen mehr auf die Verarbeitung eingegangen wird. Man tauscht sich aus, wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, wie es laufen soll, wenn mit dem Projekt Neuland betreten wird, das ist ganz schön. Auch der unbeteiligte Leser wird die vermittelten Erfahrungswerte im Herstellungsprozess wertschätzen. Denn wie schöne fertige Sachen aussehen, wissen wir ja im Grunde genommen, dafür bräuchte man nur auf die Strasse oder in ein Geschäft gehen, ein Modemagazin aufschlagen. Natürlich sind wir stolz, wenn wir es geschafft haben, dass unser neues Teil auch so toll aussieht und wollen es gern zeigen. Aber wir sollten auch zeigen, dass sehr viel Arbeit damit verbunden ist. Als ein Mensch aus der Werkstatt, der ich immer war, liegt mir das sehr am Herzen.

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Kariertes Mantelkleid

Von allein wäre ich im Moment nicht auf die Idee gekommen, mich mit Karo zu beschäftigen, habe ich doch gerade etwas ganz anderes in Arbeit, was selbstverständlich auch noch fertig gemacht wird. (Um diejenigen zu beruhigen, die es schon gesehen haben, denn etwas liegenzulassen ist ja ganz gegen meine Gewohnheit.) Der Jahres-Sew along von Stefani von „Sea of teal“ hat mich dazu motiviert, denn karierte Basics in welcher Form auch immer sind Thema des Monats. Jetzt bin ich sehr froh, ein neues Winterkleid zu haben, das einigermaßen konform ist, neige ich doch gern dazu, Haute couture leicht Überkanditeltes zu nähen! Vielen Dank für den Anstupps!

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Das Kleid von Adele B.-B. Teil 2

Für die Ausschnittkante hatte ich überlegt, sechs Reihen Glasperlen mit einer gewissen Regelmäßigkeit anzuordnen, die aber nicht langweilt. Unter- oder oberhalb der Niete wechselt die Farbe, so dass Blöcke entstehen. Meine Regel hieß schwarz, weiß und gold so abzuwechseln, dass es keine doppelten Reihen ergibt (Gleichfarbigkeit unter- oder nebeneinander). Hinten ist das an drei Stellen dennoch der Fall. Das Sticken durch Kunstleder und Stoff funktioniert recht gut, für Schmucksachen hatte ich sonst gern Wollfilz verwendet. Damit die Perlen schön in der Reihe bleiben, ist eine Technik erforderlich, die ich hier bei dem Perlenbild beschrieben habe. Zum Aufnähen der 4mm-Perlen verwende ich Nymogarn, bestehend aus feinen Kunststofffasern. Zuvor habe ich auf der Innenseite einen Besatz angebracht, der an der Kante eingeschlagen werden kann. (Der Ausschnitt des Probemodells war an manchen Stellen etwas zu tief ausgeschnitten.)

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Das Kleid von Adele B.-B. Teil 1

Beutegold1

Nachdem ich noch etwas den Sommer genossen habe, bin ich nun mit einem Langzeitprojekt angefangen. Meinetwegen kann es auch bis Weihnachten oder noch länger dauern. Man kann noch nicht allzu viel sehen, aber ich zeige schon mal ein bisschen was. Es handelt sich um eine Umsetzung des Gemäldes der „Frau in Gold“ von Gustav Klimt. Das 1907 gemalte Bild zeigt Adele Bloch-Bauer, die Frau eines Großindustriellen. Sie führte einen Salon, in dem sich die Intektuellen damals gern zu Diskussionen trafen, im gesellschaftlichen Stellenwert ähnlich einer Talk-Show heute. Das Gemälde hängt in New York.

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Culotte in schwarz

Neue Hose? -Ja schon, aber nur zum Teil, denn den Schnitt nutze ich nun schon zum vierten Mal in diesem Jahr. Die Konstruktion nach Müller&Sohn ist zuerst bei der Shorts in beige zur Anwendung gekommen, bei der grüngrauen (Marlene-)Bundfaltenhose in langer Ursprungsvariante und dann mit enger zulaufendem Bein bei einer dunkelblauen Hose. Der Bundbereich mit den Falten ist immer gleich, nur Länge und Breite der Hosenbeine sind unterschiedlich. Nun sollte es noch etwas weiter und wadenlang für eine Culotte sein. Für einen Hosenrock müsste eindeutig ausgestellt sein, denke ich mal. Oder hängt es von der Länge ab, was was ist? Lasst uns doch gern mal über die Definition von Culotte reden! Da sieht man mal, wie vielseitig man einen Schnitt einsetzen kann. Mit wenig Veränderung und aus verschiedenen Stoffen sind ganz unterschiedliche Stile zu erreichen.

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Der Rock, der eine Hose sein wollte…

Jeansrock15

Der Jeansrock ist von einem gut passenden Rock-Grundschnitt abgeleitet. Das Vorderteil hat als Clou diese besonders geformte Mittelnaht, die suggeriert, der Rock wäre aus dem Umarbeiten einer Hose entstanden. Ich habe jedoch von vornherein frischen Stoff so zugeschnitten. Das rechte Vorderteil hat genau die Form eines Hosenbeins, das linke Vorderteil muss dafür Aussparungen hinnehmen. Weiterlesen