Seidentuch Elisabeth

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Heute zeige ich ein Seidentuch, das ich schon vor zwanzig Jahren gemalt habe. Irrsinnig, wie die Zeit vergeht.

Das Motiv zeigt Elisabeth von Österreich. Es ist nicht die Sissi, sondern eine frühere. Ich habe in einem Buch mit Gemälden geeignete Bilder zum Kopieren gesucht und diese schöne Frau gefunden. Eine Recherche ergab, sie ist 1554 in Wien geboren und lebte bis 1592. Sie ist Tochter von Maximilian dem Zweiten, wurde streng religiös erzogen und 1570 mit Karl dem Neunten von Frankreich verheiratet, der schon vier Jahre später starb. Die angetragene Hochzeit mit seinem Bruder Heinrich dem Dritten lehnte sie ab und kehrte nach Wien zurück. Die dreijährige Tochter musste sie zurücklassen. Fortan widmete sie sich dem Dienst an Gott und dem Nächsten, trat einem Kloster bei und gründete 1581 selbst eines. Sie verwendete ihre Einkünfte hauptsächlich für den Erhalt von Kirchen und Klöstern, für Hilfsbedürftige und stand im Ruf von Heiligkeit.

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Die kleinen Stilleben in den Ecken könnten die Umgebung einer vornehmen Dame zeigen. Die Ornamente habe ich orientalischen Teppichen entlehnt. Die prächtige Gewandung ist mit viel Schmuck versehen. Überall an den geschlitzten Ärmeln wurde der darunterliegende Blusenstoff herausgezupft. Das war chic damals.

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Zur Herstellung:

Das Motiv wird mit einem Sublimatstift vorgezeichnet, durchgepaust von der Vorlage. Die Zeichnung verschwindet bei Berührung mit Feuchtigkeit, sei es Farbe oder Gutta, oder sonst nach zwei bis drei Tagen. Das Tuch wird mit Spannkrallen in einen Rahmen zum Stecken für verschiedene Formate gehalten. Frei schwebend wird die Gutta aus einer flexiblen Flasche mit spitzer Tülle aufgebracht. Mit einem weichen Haarpinsel kann die Farbe in die sorfältig ohne Lücken gezeichneten Flächen gesetzt werden. Viel Malen muss man nicht, sie saugt sich einfach in den Stoff. Zum Fixieren unter Dampf habe ich das Tuch ins Bastelgeschäft gegeben, die diesen Service anboten.

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Ein hübsches Tuch macht das Outfit doch gleich ein wenig interessanter, denn man zeigt Stil und Persönlichkeit. Deswegen sage ich, tragt mehr Tücher!

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Dieser Beitrag ist verlinkt mit Creadienstag.

 

 

 

 

 

 

 

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Kleid in violett – Teil 3

Eine neue Garderobe, dessen Entwicklung man in den letzten vier Posts mitverfolgen konnte, ist fertig. Wie beabsichtigt ist es festlich, wenn auch nicht unbedingt für abends, ein wenig trachtig vielleicht. Die Tragebilder des selbst entworfenen Kleides habe ich extra für den MeMadeMittwoch aufgehoben!

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Kleid in violett – Teil 2

Und weiter geht`s! Es hat sich etwas anders entwickelt, als ich anfangs gedacht habe. Das Kleid geht eher in Richtung festliches Dirndl, würde ich sagen. Augenfälligste Abweichung von der Planung, sofern es überhaupt eine gab, sind wohl die jetzt weißen Ärmel. Ich mag diese Assoziation von Brombeeren mit Joghurt, die mir bei der Betrachtung der Farbkombination kommt. Die Muster von Spitze und hellviolettem Stoff konkurierten so nah beieinander und es wirkt so einfach frischer und freundlicher.

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Herzmieder-Schnittentwicklung

Stolz präsentiere ich nach tagelanger Arbeit eine Spielerei, bei der ich überhaupt gar nicht weiß, ob daraus ein Kleidungsstück werden soll. Es war nicht unbedingt Absicht, dass vorn ein Herz prangt, es hat sich formal so ergeben. Aber ich glaube, ich schrecke auch vor einem niedlichen Dirndl nicht zurück. Ich wollte etwas machen, was es aus gutem Grund nicht gibt, weil es schwer anzupassen und zu nähen ist und sich aufgrund des Zuschnitts auch leicht verzieht: schräge wellenförmige Teilungsnähte. Außerdem produziert man unverhältnismäßig viel Verschnitt.

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Tasche, rot-weiß gepunktet

Eine kleine Umhängetasche möchte ich heute zeigen. Es sind Baumwollstoffe in uni und mit verschieden großen Punkten verwendet, mal in weiß auf rotem Grund und umgekehrt.

Punktetasche1Den Stoff mit den großen Punkten habe ich selbst gestaltet, den gab es so nicht zu kaufen. Die rote Stoffmalfarbe ist mit einem Korken aufgedruckt. Den Schnitt der Tasche habe ich mir selbst ausgedacht. Es gibt noch eine weitere Tasche in der gleichen Form, hier schon mal gezeigt. Zur Verstärkung habe ich Volumenvlies H640 verwendet. Weiterlesen

Midirock mittels Muster

Heute seht ihr mich, ganz kulturbeflissen, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, wo ich letzte Woche war. Um die noch bis Mitte Juni zu sehende Ausstellung von Sofortbildkameras und den künstlerischen Produkten, die mit diesem Medium entstanden sind, soll es jedoch nicht gehen. Wie es sich für ein Nähmodeblog gehört, steht die Garderobe im Mittelpunkt des Interesses. Man hätte theoretisch elegantere Schuhe wählen können, das bitte ich zu entschuldigen, praktisch aber ziehe ich Schnürstiefeletten vor, wenn es draußen schneit.

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