Herbstbrauner Passenrock

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Die reinen knalligen Farben des Sommers sind jetzt passé. Weniger Licht und mehr Feuchtigkeit in der Luft lässt die Landschaft trüber erscheinen. Aber auch der Herbst hat interessante Farben. Vergleichbar mit Himmel oder Wasser sind T-Shirt und Cardigan in aqua gehalten, während meine Neuauflage des Tropenrocks in seiner Farbigkeit sehr dem herabgefallenen Laub ähnelt.

Er ist diesmal nicht einfach abgekupfert, sondern neu konstruiert, weil ich mal sehen wollte, ob ich verstehe, wie er gemacht wurde. Die rückwärtigen Taschen sind einfacher gestaltet, vorn aber mussten die knopfbesetzten Schlaufen als Stilelement bleiben. Da alles abgesteppt ist, war der Aufwand mit dem Nähen einer Jeanshose vergleichbar.

Wie habe ich das gemacht?

  • Abnäher des Grundschnitts zulegen, dafür zum Saum hin öffnen
  • Passen abtrennen
  • seitlich für die Falten parallel ausstellen (vorn 2, hinten 1)
  • an den Mitten erweitern und die Mehrweite in schräge Abnäher legen (vorn 2, hinten 1)

Der Schnittmusterhersteller deines Vertrauens wird den Rock sicher bald in sein Repertoir aufnehmen. Und wenn nicht, machst du eben schnell selbst!

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Im Moment wirkt der Rock aus Twill vielleicht noch etwas steif. Aber das wird sich schnell ändern, wie ich beim Tropenrock auch festgestellt habe. Das Shirt ist aus dem gleichen Strickstoff wie der Wickelpullover. Die Jacke ist auch selbstgenäht aus einem Stoff, den ich bei der Verlosung vom Jahres-Sew along von Frl. An gewonnen habe, ein bunt melierter Sommersweat. Der Kragen ist ein etwas unkonventioneller Schalkragen, man sieht eigentlich nur eine festgenähte Falte. Ich habe mich da etwas verspielt, weil alles aus einem Stück sein sollte. Wie das ging, kann ich vielleicht ein anderes Mal erzählen.

Vorerst verbleibe ich mit bunten Grüßen,

Regina

Dieser Beitrag ist verlinkt mit After work sewing und Sew la la.

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Herzmieder-Schnittentwicklung

Stolz präsentiere ich nach tagelanger Arbeit eine Spielerei, bei der ich überhaupt gar nicht weiß, ob daraus ein Kleidungsstück werden soll. Es war nicht unbedingt Absicht, dass vorn ein Herz prangt, es hat sich formal so ergeben. Aber ich glaube, ich schrecke auch vor einem niedlichen Dirndl nicht zurück. Ich wollte etwas machen, was es aus gutem Grund nicht gibt, weil es schwer anzupassen und zu nähen ist und sich aufgrund des Zuschnitts auch leicht verzieht: schräge wellenförmige Teilungsnähte. Außerdem produziert man unverhältnismäßig viel Verschnitt.

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The Sewing Oscars 2017

The-Sewing-Oscars-Logo2017Eigentlich ist alles interessant zu lesen, aber weil es ganz witzig ist, die Nähprojekte ins Filmgenre zu holen, lasst mich einen Rückblick auf das Jahr 2017 wagen. Nina von „Vervliest und zugenäht“ sammelt die Beiträge. Nach Schnittmusterempfehlungen braucht man bei mir übrigens nicht Ausschau zu halten, denn fast alles, was ich zeige, ist selbst erdacht und realisiert. Und Film ab!

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Hallo!

Hier schreibt Regina, die mit Mann und Kind in Norddeutschland zuhause ist. Mehr zufällig bin ich 2013 beim Internetsurfen auf die Existenz von Nähblogs aufmerksam geworden und lese dort nun mehr oder weniger viel mit. Gelegentlich juckt es mich in den Fingern auch etwas beizutragen. Bisher habe ich noch gezögert, einen eigenen Blog zu erstellen, denn für vereinzelte Beiträge hätte es kaum gelohnt. Ich will auch hauptsächlich kreativ tätig sein, nicht unbedingt viel reden. Man kann sich ja beliebig verspielen, wenn man den Anspruch hat, dass der Blog einen gewissen Mehrwert bieten soll. Mir ist also bewusst, dass das Bloggen auch Zeitaufwand bedeutet, hoffe aber, dass es sich lohnt, da man viel Freude an der Interaktion mit Gleichgesinnten haben kann, und dass diese die Arbeit auch wertschätzen. Nun denn, ich stelle einfach mal meine Projekte vor und erzähle von meinen Erfahrungen. Dann weiß man, wer ich bin, und wenn ich nichts mehr zu sagen habe, höre ich eben wieder auf.

In den neunziger Jahren habe ich bei der Neuen Kunstschule Zürich (gibt es nicht mehr) ein dreijähriges Fernstudium in Modezeichnen absolviert, bei dem auch Schnittmusterzeichnen vorkam. Das war der Einstieg und seitdem will ich nur noch Kleidung nach Eigenmaß, wenn ich schon selbst nähe. Über käufliche Schnittmuster, die gern besprochen werden, kann ich nicht viel sagen, weil ich mich nicht sehr lange mit ihnen beschäftigt habe. Meine Eigenkreationen entwickeln sich nicht schnell  und manchmal nicht gleich nach Wunsch, aber ich bin von Anfang an beim Entstehungsprozess dabei und weiß, was ich tue. Das macht mir Spaß.

Ich finde es gut, auch über Mißerfolge zu berichten, am liebsten natürlich mit nachfolgender Lösung, so man schon weiß, woran es gelegen hat. Da wünsche ich mir ganz ehrliche Meinungen zu lesen. Entscheidend für das Gelingen eines Kleidungsstückes kann z. B. die richtige Stoffwahl für das jeweilige Projekt sein. Über solche Dinge wie auch über Verarbeitungstechniken lohnt sich der Erfahrungsaustausch.

Mich reizt das Selberkönnen und Experimentieren, beim Nähen genauso wie bei anderen Kreativtechniken. Wen wundert es da, dass ich auch beruflich im Handwerk verwurzelt bin. Eigentlich war ja noch ein Designstudium mein Traum. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. So bin ich jetzt völlig frei, mich privat kreativ auszutoben und autodidaktisch weiterzubilden. Außer Kleidung kann es hier auch das ein oder andere Accessoir zu sehen geben oder was sonst so zum Thema Mode und Gestaltung passt.

Nun ist der Blog aber nicht nur zum Schauen da, sondern auch zum Kommunizieren. Also nutzt die Kommentarfunktion für Fragen, Anregungen und konstruktiver Kritik!

Ich freue mich, „auf Sendung“ zu sein und wünsche viel Spaß bei der Lektüre!