Jil Sander – Sew along Teil 1+2

Bei der Marke Jil Sander assoziiere ich als erstes helle, weichfallende Hosenanzüge, denke an die Parfümwerbung mit dem Konterfei der Designerin. Damals, als sie noch präsenter in der Werbung war, hatte ich weder das passende Alter, den passend sauberen Beruf noch das Geld für diese Kleidung. In meiner Vorstellung war Mode von Jil Sander für die Karrierefrau gedacht, und damit sicher nichts für mich. Nun gibt es eine große Ausstellung zu ihrem Werk in Frankfurt. Monika von „Wollix und Stoffix“ hat dies zum Anlass genommen, einen Sew along zu starten. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, mich noch einmal genauer mit dem Label zu beschäftigen.

Just entdeckte ich beim Friseur wartend einen Artikel in der ELLE vom November letzten Jahres mit einem ihrer seltenen Interviews wie es heißt. Die inzwischen aus dem Konzern ausgestiegene Designerin beschreibt darin, wie es ihr Bestreben war eine Alternative zu Kleidern zu erfinden, die dennoch weiblich bleibt. Sie hat Hosen für Frauen erst etabliert, denn während ihrer Schulzeit war es noch üblich, dass Frauen eigentlich nur Kleider trugen. Das Liebliche und Unübersichtliche, Verschnörkelte war nicht ihr Ding. Souverän und großzügig sollte alles sein, so habe ich es verstanden.

Für die Inspiration zum Sew along schaute ich mir einige Haute Couture- Präsentationen an. Und die gefielen mir gar nicht. Nichts mit weichfließenden Stoffen, ganz im Gegenteil: viel zu lange steife Ärmel an dunklen Mänteln. Extrem krank aussehende Models trugen kastige Roben. Hin und wieder war etwas netzartiges zur Auflockerung dabei, so gut wie keine Farbe. Die Sache war damit erstmal erledigt für mich, weil nichts tragbares dabei war.

Mit dem Post zum ersten Teil brachte Beate von „Siebensachen zum Selbermachen“ ein Bild von einem Kleid, das sehr raffiniert geschnitten ist. Das Prêt-à-porter-Stück ist über den Link der Bildquelle bei einem Shop zu erwerben.

JilSanderDesignerkleid-hell
Bildquelle *

Wäre das wirklich der Stil von Frau Sander, von wegen Kleidchen? Nichts desto trotz  interessiert mich natürlich sehr, wie es gemacht sein könnte und habe gleich ein wenig herumprobiert. Ob Frau Siebensachen mir wohl jemals verzeihen wird, wenn ich mit dem gleichen Kleid aufkreuze?

 

 

Dies ist also mein erster Probeschnitt. Noch nicht ganz optimal, vor allem im Rücken viel zu weit. Der Reißverschluss muss eigentlich länger sein, hatte ich nur nicht passend da. Vorn haben die Falten noch lange nicht genug Tiefe. Mein Maßschnitt wird mir hoffentlich mindestens so gut wie dem Model sitzen. Falls es mir gelingt, stelle ich mir das Kleid in dunkelbau vor, mit Dreiviertelärmeln. Stoff habe ich noch nicht. Ich wünsche mir noch etwas mehr Beteiligung beim Sew along, wie wär`s?!

Nächster Termin ist ab 4. März, Finale am 25. März.

*unverlangte Werbung

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9 Gedanken zu “Jil Sander – Sew along Teil 1+2

  1. monika 18. Februar 2018 / 12:18

    Ah, du hast ja schon begonnen. Und sehr erfolgreich. Sieht für den 1. Versuch schon sehr gut aus. Den Falten fehlt wirklich noch Tiefe.
    Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.
    Da könntest du dich ja mit Fr. Siebensachen austauschen.
    lg monika

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  2. Siebensachen 18. Februar 2018 / 13:32

    Liebe Regina,
    was heißt „verzeihen“? – Ich bin begeistert und hoffe, du siehst mir nach, dass ich bisher nicht auf deinen Kommentar bei mir geantwortet habe. Das werde ich in meinem nächsten Post nachholen, an dem ich im Moment noch arbeite. Du bist schon weit. Ich habe erst an den letzten Tagen am Kleid weitergearbeitet und war bei der Falte zweimal auf dem falschen Weg. Wenn ich deine Fotos richtig lese, ist die Tiefe der Falte auf Taillenhöhe bei Null, aber nur oben, oder? Wahrscheinlich kann ich ja nur davon profitieren, dass du das gleiche Kleid nähen willst, bei deinem großen Konstruktionswissen.
    LG
    Siebensachen

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    • formspielerins werke 18. Februar 2018 / 16:32

      Na du weißt schon, wenn zwei Frauen auf einer Party das gleiche Kleid anhaben, finden sie sich nicht mehr so einzigartig. Zum einen einen werden wir kaum gleichzeitig wo auftauchen, zum anderen bin ich mir ziemlich sicher, dass unsere Kleider unterschiedlich werden. War also mehr nur scherzhaft gemeint. Ich wollte das Projekt auch nicht wegnehmen. Ehrlich, ich war etwas geknickt, keine Antwort zu erhalten. Und manchmal frage ich mich, wieso ich das hier eigentlich mache, wenn sich mal gerade 15% für die Verarbeitung interessieren, wenn sie frei entscheiden dürfen. So ist das nämlich, die Statistik noch wohlwollend interprätiert.
      Zum Kleid: Ich habe praktisch beim Rock die vordere Mitte aufgeschnitten bis zum „Mittelpunkt“(der nicht in der Mitte ist) und den Saum auseinander gezogen, aber bei weitem nicht genug, wie man sieht. Tatsächlich überlege ich doch zusätzlich wie du es wolltest eine parallele Falte einzuarbeiten. Sie ließe sich auch besser fixieren unter dem Oberteil. Beim Oberteil ist nicht auseinandergezogen, nur doppelt gelegt, also Grundschnitt beibehalten.

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  3. Siebensachen 18. Februar 2018 / 17:27

    Ja, ich sehe, ich sollte meine Antworten auf Kommentare ernster nehmen. Ich nehme mir das vor und hoffe, du bist mir nicht gram. Wie meinst du die 15%? Von was? Dass sich nur wenige für Konstruktion und Verarbeitung interessieren, liegt womöglich daran, dass das Nähen auf hohem Niveau ist, das nicht so viele Hobbyschneiderinnen erreichen (ich drücke mich hier vorsichtig aus; ich möchte niemanden brüskieren) und auch nicht als ihren persönlichen Schwerpunkt haben. Schade, wenn dich das demotiviert.
    Zum Kleid: Den Saum auseinanderziehen – das könnte ich vielleicht bei meiner Version noch gewinnbringend mit einbeziehen. Ist dein Vorderteil eigentlich ein Teil? Ich glaube, ich müsste dein Schnittmuster sehen, um mir das richtig vorstellen zu können.
    Mein Post kommt noch.
    LG
    Siebensachen

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    • formspielerins werke 18. Februar 2018 / 19:17

      Bei allen Aufrufen, die das Winterliche Strickensemble betreffen, entfallen auf Teil 1 und 2 eben nur dieser geringe Anteil, wobei berücksichtigt ist, dass diese Beiträge auch über den Archivaufruf gelesen werden konnten, so lange sie noch nicht über das Weiterlesentag geschlossen wurden. Ich schließe daraus, der Blog oder auch Blogs allgemein werden hauptsächlich als Lookbook genutzt, was Styling angeht, weniger um zu erfahren wie jemand etwas realisiert hat. -Seufz, man muss bescheiden sein, ich weiß!
      Das Vorderteil ist Dreiviertel und ein Viertel, so wie du es auch machen wolltest.

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  4. erschöpftes Quota 18. Februar 2018 / 23:59

    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht! 😁 Und ich schaue mir sehr gerne an wie professionell man nähen kann – wenn man es kann. Ich weiß es zu schätzen wie viel Arbeit in Deinen Werken und Deinen Beiträgen steckt! 👍🏻😊

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  5. Siebensachen 23. Februar 2018 / 11:09

    Ich berichte mal hier von meinen Fortschritten am Kleid: Ich bin deiner Idee gefolgt und habe den Rock gespreizt (am Saum 5cm) und an der Taillennaht zusätzlich eine 6cm tiefe Falte gelegt, von der ich glaube, dass sie noch 1-2cm mehr verträgt. Oben habe ich nur gespreizt, so dass die Falte unten 0cm und oben 6cm Tiefe hat. Ich glaube das ist OK. Eine auf Taillenhöhe nicht zu fixierende Falte, wie ich sie zuerst hatte, zieht sich beim Tragen wahrscheinlich unschön. Den Rücken übernehme ich von meinem Ausgangsschnitt quasi unverändert, da er auf Anhieb gut gepasst hat. Der Zipper wird dann in einer der Längsnähte sitzen. Ich denke jetzt auch an Ärmel – das Kleid ist besser tragbar.
    Stoff: Ich tendiere zu einem BW-Satin mit Elasthan; habe mir bereits Muster bestellt.
    LG
    Siebensachen

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    • formspielerins werke 23. Februar 2018 / 20:29

      Das hört sich gut an. Stoff habe ich jetzt auch schon. Ich glaube, es ist Garbardin, aus Viscose und Polyester. Kann das sein? Ich bin am Jonglieren mit den Faltentiefen, habe ein neues Probemodell fertig. Gestern dachte ich noch, ich hätte es, bin mir aber heute nicht mehr so sicher. Besonderer Trick: Brustabnäher des kleinen Vorderteils zum Mittelpunkt gedreht und offen gelassen für eine Falte. Die hatten wir bisher nämlich noch gar nicht im Blick. Sie sitzt jedoch nicht so, wie ich möchte. Damit der Rücken gut sitzt (komplett überarbeitet), habe ich höher als normal tailliert, was beim Original nicht so ist. Freut mich, eine Zwischenmeldung erhalten zu haben! Das Ding hat`s in sich!

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