The Sewing Oskars 2018

Was waren den Highlights im letzten Jahr?

Angenommen wir Selbernäher wären in der Filmbranche angesiedelt und hätten die Möglichkeit, Preise für die von uns genähten Kleidungsstücke zu verleihen, wie sähe unsere Einschätzung aus? Dieser Frage geht Nina von „Vervliest und zugenäht“ nach, wo auch mein Beitrag verlinkt ist.

 

Beste/r HauptdarstellerIn – Das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück dürfte die Jeanshose mit der roten Absteppung sein. Sie fügt sich unauffällig in mein vorwiegend getragenes Farbschema ein und setzt dennoch Zeichen.

Fahrrad1
Jeans mit roten Nähten, April 18

 

Beste/r NebendarstellerIn – Das am besten zu kombinierende Kleidungsstück ist mein von einem gekauften Exemplar kopierter Soft-BH aus Mikrofaser. Egal was drüber getragen wird, er ist praktisch und unverzichtbar.

Sweet, soft and lazy, August 18

Beste Regie – Die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung war ein Kleid nachzukonstruieren. Im Rahmen des Jil Sander- Sew alongs ist ein türkisfarbenes Garbardinkleid mit interessanter Faltenlegung entstanden. -Ein Drama in vier Akten plus Hintergrundinformation.
Jil Sander Sew along, März 18

Bester Schnitt – Das Lieblingsschnittmuster ist ein zum zweiten Mal genähter Rock aus Baumwolltwill mit Passe und vielen Falten. Er ist einem gekauften Rock nachempfunden. Der „Herbstbraune Passenrock“ mutierte aus dem Tropenrock von vor zwei Jahren. Mit einer Weste dazu aus dem gleichen Stoff ergibt sich noch mal ein anderer Look.

Herbstbrauner Passenrock, Oktober 18

Der Preis des besten Drehbuchs geht an „Bikini zum Sonnenbaden“. Die Idee zur Verarbeitung von Schaumstofflaminat erfreute viele Zuschauer.

Der Ehrenoscar, das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück, wird in diesem Jahr nicht verliehen. Es wurden zu wenig Beiträge eingereicht, beziehungsweise stellten sie keine nennenswerte Innovation dar.

Beste Kamera – Die schönsten Bilder zeigte das im Frühsommer gedrehte Werk „Kleid in violett“. Die Trilogie besticht durch seine Farben und heiterer Stimmung.

Kleid in violett, Juni 18

Die Besten Visuellen Effekte ergab die über den Sommer gelaufene Serie von Büstenhaltern. Sie zeigt auf, in welch vielfältiger Weise diese gefertigt werden können. Durch Trick und Verfremdung ist es der Regisseurin gelungen, auch heikle Themen auf die Leinwand zu bringen. Besonders der „weiße BH mit Spitze“ war hinsichtlich der verwendeten Materialien informativ.

Den Preis des besten Kostümdesigns gewinnt ein Experiment zur Schnittentwicklung. Daraus wurde in abgewandelter Form das liebliche Kleid in violett, welches den Preis der besten Kamera erhielt. Aufgrund des Herzes hat das Mieder Potential für einen geplanten Heimatfilm in bergiger Region.

Herzmieder-Schnittentwicklung, Mai 18

Bester Dokumentarfilm – Tutorials gibt es bei mir einige. Wenig Beachtung in der Öffentlichkeit hat dieses gefunden, denn es ist nur in ausgewählten Programmkinos gelaufen. Das „Winterliche Strickensemble“ spielt mit dem Erscheinungsbild verschieden großer Maschen von Strickstoffen und will an die noch nicht von Funktionsstoffen dominierte Wintersportkleidung von vor hundert Jahren erinnern. Zudem ist die Spielstätte von historischer Bedeutung.


Die Goldene Himbeere (Anti Oscar) – Der größte Reinfall ist gar nicht so sehr schlimm. Bei „Shirt und Wäscheset“ war mir das Hemd zu eng geraten und konnte durch geschicktes Design gerettet werden. (Wirklich Missratenes kommt ja gar nicht erst auf den Blog.)

Shirt und Wäscheset, August 18

Das war im Großen und Ganzen mein Jahr 2018. Die einzelnen Beiträge lassen sich durch Anklicken der Links (im Text, nicht der Bilder!) nachlesen.

Im kommenden Jahr werde ich mich wohl wie sonst auch treiben lassen und spontanen Ideen nachgehen. Falls ich überhaupt nähe, man hat ja auch noch andere Hobbies. Und ich muss mich mehr um den Inhalt der schönen Hüllen kümmern. Die Vergänglichkeit steigt mir wie ein fieser Gnom hinten am Rockzipfel hoch. Die fünf vor der null, altersmäßig, kann ja wohl keine ausreichende Rechtfertigung dafür sein.

 

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2 Gedanken zu “The Sewing Oskars 2018

  1. Karin / Grüner Nähen - Bunter Leben 2. Januar 2019 / 11:29

    Deine Preisverleihung zu lesen macht großen Spaß! Ich bin sehr beeindruckt, welche komplizierten Kleidungsstücke Du „nachnähen“ kannst – Wahnsinn! Wie toll! Alles Liebe für 2019! Karin

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