Winterliches Strick-Ensemble Teil 3

In Teil 1 habe ich die Idee meines Projektes vorgestellt und eine stilistische Einordnung versucht. Teil 2 behandelt den Großteil der Verarbeitung, während abschließende Arbeiten hier Erwähnung finden. Und so sieht es angezogen aus:

Strickjacke1

An sich hatte ich mir Schnee gewünscht, kann nun aber nur Wasser bringen. Davon aber ganz viel: Die Fotos sind am Strand von Dangast entstanden, dem Künstlerort am Jadebusen, wo sich vor hundert Jahren die Expressionisten trafen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind wir nicht allzu weit gekommen bei unserem Spaziergang. Blauäugig wie ich war trug ich nur ein dünnes Shirt unter der Jacke. Es zog etwas vom Saum her, denn der schwarze Grobstrick fasst das Rumpfteil ohne Gummiband ein, imitiert also eigentlich nur ein Bündchen. Und vom einfachen Volumenvlies kann man auch nicht mehr erwarten. Also schnell wieder im Kurhaus bei einer Tasse Kaffee aufwärmen!

Der Kragen ist nur ein doppelt gelegtes Rechteck, das an den seitlich erweiterten Halsausschnitt genäht ist, die äußere Kante dabei rechts auf rechts. Die innere Kante einzuschlagen, fand ich, würde zu dick, daher habe ich sie glatt weiterlaufen lassen und im Zuge der Absteppung von vorn mitgefasst. Damit es bei geöffneter Jacke trotzdem sauber verarbeitet aussieht, habe ich die Nahtzugabe händisch mit einem Schrägband abgedeckt. An die Reißverschlussleiste sind Saum und Kragenbündchen ebenfalls von Hand angenäht.

Die lange Hose hat Einsätze am Knie bekommen, die mit parallelen Linien abgesteppt sind. Man sieht leider nicht viel davon; das Garn hätte dicker sein dürfen. Die verstärkten Einsätze lassen die Hose mehr nach Funktionskleidung aussehen. Sie wirkt insgesamt dicker als sie ist. Mit einer Strumpfhose drunter war die Temperatur an den Beinen kein Problem. Allerdings der verwendete Punta di Roma eignet sich nicht wirklich, denn ich habe schon Druckstellen entdeckt. Der Stoff ist wohl mehr was für Oberteile, die weniger Strapazierung ausgesetzt sind. Mir gefiel die Farbe. Helle Hosen vermitteln einen luxeriösen Eindruck, da klar ist, mit ihnen wird keine grobe Arbeit verrichtet, die Schmutz verursachen könnte.

Meine Vision war, ein bißchen was vom Glanz des Après Ski früherer Zeiten einzufangen. Wenn ich mir noch eine große Sonnenbrille zulege, denke ich, wird es mir halbwegs gelungen sein.

Strickjacke9

 

 

 

Dieser Beitrag ist verlinkt mit dem MeMadeMittwoch, einer Linkparty, die in so vielen Ländern Europas und darüber hinaus bekannt ist und hoffentlich nicht vergessen wird, auch wenn sie nur noch einmal im Monat stattfindet. Das hat aber auch einen Vorteil: Man hat länger Zeit zum Lesen!

Advertisements

11 Gedanken zu “Winterliches Strick-Ensemble Teil 3

  1. Wiebke - Kreuzberger Nähte 8. Februar 2018 / 0:47

    Ganz großen Applaus für deine Komplettgarderobe-. die Fotos dazu vermitteln eine tolle Strandspaziergangsstimmung.
    Vielen Dank dafür
    LG
    Wiebke

    Gefällt mir

  2. Sarah 8. Februar 2018 / 8:26

    Das ist so ein cooles durchdachtes Projekt und Outfit… bis hin zuden Bildern in passender lokation! Weisse Hose ginge bei mir garnicht, zu dir passt sie perfekt! Toll vor allem auch die innenansicht der Jacke… lg Sarah

    Gefällt mir

  3. Siebensachen 9. Februar 2018 / 12:28

    Komisch, aber bei deinen Making-of-Posts konnte ich mir die fertige Jacke nicht so richtig vorstellen. Jetzt sehe ich sie und finde sie klasse. Du hast auch so schön fotografiert; Outfit und Umgebung passen stimmungsmäßig so gut zueinander.
    LG
    Siebensachen

    Gefällt mir

    • formspielerins werke 9. Februar 2018 / 19:32

      Da die Stoffe ja recht dick sind, muss der Schnitt einfach sein. Da kann es schon sein, dass es anfangs nach nichts aussieht. Und ich mag es, wenn es bei mir auf dem Blog erbaulich aussieht. Wie gesagt, es kommen Leute von überall her, da gibt man sich schon mal Mühe.

      Gefällt mir

  4. Twill & Heftstich 14. Februar 2018 / 18:53

    Ein wunderbar stimmiges Outfit, besonders die Jacke gefällt mir sehr. Die Farb- und Materialkombination aus schwarzem Strick und Jaquardjersey ist klasse. Ich finde es ja nicht so leicht brauchbare Strickstoffe zu finden. Zudem mag ich Deine Idee, sich mit Retromode bei Sportkleidung zu beschäftigen. Meistens sehe ich nur Retro-Kleider … Ein wirklich spannendes Projekt! Liebe Grüße, Manuela

    Gefällt mir

    • formspielerins werke 14. Februar 2018 / 20:10

      Das Projekt reifte erst langsam zu dem, was es jetzt geworden ist. Ich hatte nicht direkt vor, Retro- oder gar Sportmode (Sportmuffel) zu erfinden. Aus dem 1,5m Stück Musterstoff sollte zuerst ein Oversizepullover oder Blouson werden, bei denen auch die Ärmel Muster gehabt hätten. Nachdem aber alles nicht passte bei dem großen Rapport, habe ich entschieden, einfarbige Ärmel wären ohnehin besser. Ich habe lange gesucht nach Grobstrickstoff. Man sollte es nicht glauben, einfaches schwarz schien ein besonderer Wunsch zu sein. Fündig wurde ich über Amazon bei neotrims aus England. Ich erwähne das jetzt mal, weil es schon Suchanfragen gab, obwohl ich eigentlich keine Werbeplattform sein will. Und zur ausgleichenden Gerechtigkeit. Mir wird manchmal so übel… Stilistisch habe ich etwas im Kulturgedächtnis bzw. der Modegeschichte gekramt, nach dem Motto: Wo habe ich das schon mal gesehen? Und dies dann anschaulich gemacht. Leider haben sich nur wenige dafür interessiert. Aber ist egal, wer nicht will, der hat schon (genug anderes im Kopf)!

      Gefällt mir

  5. Twill & Heftstich 20. Februar 2018 / 20:08

    Lieben Dank für die Info mit der Bezugsquelle für den Stoff! Ich bin nur auf die Idee gekommen, dass Du es von Anfang an so gedacht hattest, als ich die tollen Abb. von Vintage Wintersport Sachen anschaute, die Du im ersten Teil zeigst. Auch wenn es eher eine glückliche Fügung gewesen ist, dass der Rapport nicht reichte: Jacke und das Thema Retro Sportsachen gefallen mir sehr. LG, Manuela

    Gefällt mir

    • formspielerins werke 21. Februar 2018 / 8:19

      Letztens erst habe ich gelesen, dass in der Wintersportbekleidung wieder mehr Naturmaterialien verbaut werden sollen, weil die Menschen sich das vom Gefühl her wünschen, obwohl die Kunstfasern in puncto Funktionalität besser dastehen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.