Verspielte Pionierkleidung

Zum kürzlich gezeigten Rock habe ich mir noch Bluse und Weste genäht. So stelle ich mir vor, könnte sich auch die praktisch veranlagte Siedlerin im mittleren Westen gekleidet haben.

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Für die Bluse einen passenden Stoff mit Streumuster zu finden war nicht so einfach. Anfangs wollte ich eher auf rot-grün-weiß hinaus, fand aber nichts. Nun bin ich bei hellblau gelandet, auch weil das braun darin vorkommt. Wenn man sich Mühe gibt, kann man einen wenig ausgeprägten Komplementärkontrast erkennen. Die Helligkeit ist eben recht ähnlich.

Die Weste ist vom Schnitt her die gleiche wie hier gezeigt, aus einem Burdaheft der Neunziger. Damit sie besser zum Rock passte, habe ich sie etwas gekürzt. Um meine Leser etwas zu fordern, habe ich drei Fehler eingebaut. Mal sehen, ob ihr sie erkennt.

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Als da wären:

  • Teilungsnähte nicht abgesteppt vor dem Füttern, so dass sie sich etwas seltsam bauschen mit dem Futter drunter.
  • Bewegungsfalte im Futter vergessen, was dazu führte, dass sich die Kanten der Armausschnitte nach innen bogen. Ich habe in der hinteren Mitte des Futters noch einen Zentimeter auslassen können. Na gut, das kann man auf dem Bild nicht sehen. Es war auch hauptsächlich am Rücken.
  • Knopflöcher nicht nah genug an der Kante angebracht. Wahrscheinlich mache ich sie noch mal neu von Hand, denn mit der Maschine sind sie ohnehin nicht so schön geworden. Dann kann ich das vielleicht auch noch ausgleichen, auch wenn sie dann etwas größer sind.

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Bei Westen ist es oftmals so, dass das Armloch etwas vergrößert ist und die Schulter schon vor dem Schulterpunkt aufhört. So schaut die Schulter einer Bluse heraus. Da ich das vermeiden wollte, habe ich die Blusenärmel angepasst, also auch dort das Armloch vergrößert, jedoch nicht vertieft. Den Ärmelschnitt habe ich gespreizt und an der Kugel erhöht, um genügend Weite für die Falten zu erhalten. Wie ich Manchetten verarbeite, habe ich an der blauen Bluse gezeigt. Die Passen von vorn und hinten sind zusammengefasst zu einer. In der hinteren Mitte befindet sich noch eine Quetschfalte. Auf Taillenabnäher ist verzichtet.

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Die Paspeln in weiß lockern etwas auf. Die Kurven an Kragen und Manchetten gleichmäßig hinzukriegen war schon eine Herausforderung. Für die Füllung des Schrägbandes verwende ich vier Fäden Häkelgarn zu einem Strang gedreht.

Die Knopflochleiste wollte ich gleich mit anschneiden, mit Falte. Die allerdings hatte ich so groß gemacht, dass sie die zukünftigen Knopflöcher fast verdeckte und die Knöpfe behindern würde. Also habe ich die Falte dann doch weggeschnitten und die Kante versäubert. Naja, fast perfekt.

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Zu Hosen ist die Bluse auch gut tragbar. Mit Rock ohne Weste eher nicht, weil der Rock hüftig sitzt. Strumpfhosen zum Ensemble wären vielleicht auch schön gewesen.

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Zum MeMadeMittwoch geht es hier entlang. Vielen Dank für die Organisation!

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Die Fellweste

Wenn ich auf meinem (imaginären) Landgut unterwegs bin, um nach den (ebenso nur erdachten) Pferden zu schauen, brauche ich so langsam etwas Warmes zum Anziehen. Man mag sich noch gar nicht vom Sommer verabschieden. Um nur kurz etwas überzuziehen ist eine Weste genau das Richtige. Diese ist eine Mischung aus Pilotenjacke und Handwerkskluft, finde ich. Wie ich sie aus Breitcord und Kunstfell gefertigt habe, erzähle ich gleich nach ein paar Bildern.

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Die ebenfalls selbstgenähte Jeans war zusammen mit der roten Jeansjacke schon einmal zu sehen. Ich trage sie überwiegend im Sommer, weil das Blau so leuchtend ist, oder eben im goldenen Herbst. Weiterlesen