Freizeithose

Passend zu den kürzlich gezeigten Sweatjacken habe ich mir noch eine Freizeithose mit Schlag genäht. Der Schnitt ist abgeleitet von der Konstruktion einer so genannten Standarthose nach Müller & Sohn.

weiss13

Da ich bei Shirtmaterial keine Abnäher haben möchte, sind die Abnäherinhalte an die Seite gesetzt und damit abgezogen worden. Dieses Vorgehen nennt man auch „wegzeichnen“. Ich habe etwas großzügiger bis über die Hüfte auslaufend und auch an den Innenbeinnähten weggenommen. Wegen der Weite im oberen Bereich habe ich mich ein bißchen an einer Leggingskonstruktion nach Gilewska orientiert. Die Leggings hatte ich noch nicht gezeigt. Sie passt schon, nur war der Schnitt noch nicht für dehnbaren Stoff weitenreduziert. Jetzt kann mir der Schnitt trotzdem für weniger dehnbaren Stoff wie Sweat als Richtlinie dienen, indem ich die Flächeninhalte vergleiche. Ab Knie wird dann ausgestellt. Die Hosenbeine sind, wie man es von anderen Hosen kennt, zweiteilig, während sie bei Leggings ja aus einem Stück sind. Bei Leggings kann man wohl eher keinen Schlag ankonstruieren, weil der ausgestellte Saum den Fadenlauf ziemlich verbiegen würde? Insgesamt ist die Hose nicht ganz taillenhoch, das sieht einfach besser aus. Was so selbstverständlich klingt, merkt man erst, wenn man mit der Aufgabe konfrontiert ist und die erste Anprobe macht.

weiss14

Der obere Teil ist abgetrennt für Passe und Bündchen. Das Bündchen beinhaltet ein breites Gummiband, das knapp mitgefasst wurde, damit es sich nicht verdreht. Neben der Covernaht ist die Passe angenäht und ebenfalls mit Covernaht abgesteppt, so dass dort zwei Covernähte nebeneinander liegen. Als Band habe ich einen Schnürsenkel verwendet. Es kommt über dem Gummiband zu liegen und ist eigentlich nur Dekoration. Für die Ösen muss der Bündchenstoff verstärkt werden natürlich.

Covern macht richtig Spaß, auch weil Säumen und Versäubern in einem Arbeitsgang erledigt werden kann: nur einmal umschlagen und die überschüssige Stoffkante nachher einfach wegschneiden. Die Taschen sind nachträglich angebracht. Ich wollte erstmal sehen, ob die Hose passt. Größe und Proportion lässt sich so auch besser festlegen. Das bedeutete allerdings etwas Trennarbeit an Bund und Seitennaht. Die Taschenkante ist mit Bündchen eingefasst. Darunter befindet sich nochmal eine Covernaht. Der Stoff ist ganz flach einlagig aufgesetzt ohne Einzuschlagen. Das habe ich an einer gekauften Hose abgeschaut, die hier nun ersetzt werden soll. Ich denke, ich kann die alte getrost entsorgen, oder?

weiss12

Einen entspannten Tag mit Du für Dich am Donnerstag wünsche ich euch!

3 Gedanken zu “Freizeithose

  1. stoffnotizen 17. Mai 2019 / 19:44

    Eine schöne Hose! Du schreibst, sie ist nicht ganz taillenhoch – wie viel tiefer als die Taille hast Du sie gesetzt? Ist das die Empfehlung von M&S für die Standardhose oder Deine Wahl? Liebe Grüße!

    Liken

    • formspielerins werke 17. Mai 2019 / 20:32

      Sie ist nach meinem Gefühl und nach Abgleich mit gekauften Hosen so entstanden, 2 cm tiefer, aber da muss jeder selber schauen. Ich wirke eher zu schmal, wenn ich den Bund an der tatsächlichen Taille lasse. Die Standarthose ist ein Hosengrundschnitt. Es gibt ja auch noch den Jeansschnitt oder den Bundfaltenschnitt z.B., die von vornherein mit anderen Maßen bzw Zugaben konstruiert werden. Und abwandeln kann man alle diese dann auch noch.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.