BH mit Bordmitteln

Es gibt etwas Neues, ganz Entzückendes, wie ich finde.

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Vorhandene Schnittmuster zählen bei mir nicht, das wisst ihr inzwischen schon. Ich muss ständig das Rad neu erfinden. Nun geht es an die Wäsche. Einen komfortableren Body in professionellerem Material will ich noch machen. Der Entwurf ist wohl fertig, aber ich traue mich noch nicht zuzuschneiden. Lieber teste ich noch einmal den oberen Teil in Form eines Büstenhalters. Die Schnittteile vom Miederbody für die Brust habe ich kreisförmig flach ausgelegt, um eine andere Aufteilung zu versuchen. Es zeigte sich, dass 46° fehlten, was ich bei dem neuen Design dann auch wieder so berücksichtigt habe.

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Die Cups sind sehr flach. Es passt relativ gut, wenngleich der untere Teil nicht richtig ausgefüllt wird und Falten schlägt. Nachdem ich den BH eine Weile getragen habe, wurde es besser, denn die Unterkante drehte sich etwas zum Körper ein und schaffte Raum. So sollte es eigentlich nicht sein, aber woran liegt es?

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Ich denke, ich hätte am dreieckigen Teil an den Kanten etwas Rundung aufsetzen sollen, damit mehr Volumen entsteht (Pfeile auf dem Foto). So habe ich wohl einen Minimizer produziert.

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Mein Vorgehen im Einzelnen: Den Baumwollstoff habe ich mit dünnem Bügelleinen verstärkt. Der Rahmen ist mit weißem Baumwollstoff verstürzt, die Unterkante abgesteppt. Unterbrustgummiband habe ich keines, brauche ich nicht. Alle Nahtzugaben des Bogens kommen nach innen. Mit der Oberkante habe ich mich erst beschäftigt, nachdem auch der Futtercup eingenäht war. Dort ist eine Baumwollspitze eingesetzt. Sie durchgängig über das Mittelstück zu führen macht keinen Sinn. Man müsste Falten abnähen und es wellt sich dann trotzdem noch.

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Eine parallele Naht am Bogen bildet den Tunnel für den Bügel. Bügelband habe ich keines, brauche ich nicht. Zugegeben am Übergang zum Mittelstück kann es etwas schwierig sein, den Bügel hineinzubekommen, wenn Nahtzugaben sich quer stellen, aber es geht.

Bügelgröße ist bei mir theoretisch 75A. Hier ist 95C gängiger Marke verwendet. 85B habe ich auch noch da, was einigermaßen passt, aber kleinere klemmen seitlich einfach ein. -Das ist eine Wissenschaft für sich, ich blicke da nicht durch.

Verschluss habe ich keinen, brauche ich nicht, denn es gibt ja Gummiband. Dieses habe ich mit Bündchenstoff ummantelt.

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Trägerband habe ich keines, brauche ich nicht. Doch eigentlich schon, aber was machst du, wenn dir schwarz und weiß nicht gefallen und du auch nicht extra bestellen willst? – Falzgummi zusammenklappen und mit einer Naht am Rand fixieren. Dieses und Haken und Schieber konnte ich zum Glück am Ort bekommen. Ein Weilchen hält es sicher, ist aber eigentlich zu elastisch.

Das ist er also, mein erster vorzeigbarer BH aus den letzten Fitzeln des Stoffs, den ich so liebe, aus dem auch diese Bluse ist. Geht es noch minimalistischer?

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Schönen Gruß von          Regina!

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5 Gedanken zu “BH mit Bordmitteln

  1. fadenwechsel 26. Juni 2018 / 15:35

    Jetzt komme ich hier auch mal gucken, deine Herangehensweise finde ich sehr spannend! 🙂 (schön, dass ich dich mit der DNS infizieren konnte ;D)
    Vor allem (fast) komplett ohne Gummis und Schließe, da würde mich dann interessieren, wie sich das Teil langfristig in Bezug auf die Haltbarkeit macht.
    Vielleicht hilft dir das noch, wenn du auf der Suche nach den passenden Bügeln bist: https://amandawynn.com/2018/06/20/all-about-bra-fitting-breast-shapes-and-underwires/ Da die Dinger leider nicht genormt sind, kommt man um das „blinde“ Bestellen und Ausprobieren leider nicht herum (springen eigentlich die Bügel bei deinem BH beim Tragen leicht auf oder bleiben sie starr in Position?).

    Liebe Grüße,
    Maria (mir war auch irgendwo ein Tutorial untergekommen, mit dem man sich die Schließe mit Haken und Ösen selber machen konnte…soll ich das mal suchen?)

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    • formspielerins werke 26. Juni 2018 / 20:59

      Hallo! Man probiert halt mal was aus. Irgend ein Anfang muss ja gemacht werden, an dem man weiterarbeiten kann.
      Die Schließen mache ich sowieso nie auf, sondern schlüpfe immer so hinein, allerdings sind meine gekauften BHs dann auch insgesamt aus flexibleren Material… Deine Bedenken sind natürlich berechtigt.
      Der Link ist interessant, denn klar es gibt verschiedene Körperformen. Es hilft, wenn man das erkennt. Es gibt eine gewisse optische Normvorstellung, zu der man trotz Abweichungen ungefähr hinkommen sollte, denke ich. Die Wahl des Schnittes kann da einiges ausmachen, was mir gar nicht so bewusst war.
      Zur ersten Bügelgrößenfindung habe ich ein biegsames Kurvenlineal genommen, sollte ich vielleicht mal zeigen. Ich finde die Angabe von Durchmesser und Länge hilfreich und habe danach jetzt bestellt. Da passiert also noch was. Man kann sicherlich verschiedene Größen zur Anwendung bringen und die „Kuppel“ dann verschieden hoch ausformen. Womit wir schon bei meinem Papiermodell wären, aber dazu später mehr.
      Ich verstehe nicht recht, was du mit Aufspringen der Bügel meinst. – Das Unterbrustband hätte etwas breiter sein dürfen, um mehr Halt zu geben.
      Das Tutorial habe ich gesehen, genauso wie diese wunderbare Corsage von „500 days of sewing“. Ich mag Blümchen.
      „La Mona“ macht übrigens Ende des Monats auch zu. Bei ihr habe ich mein Modell abgeguckt.

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      • fadenwechsel 3. Juli 2018 / 17:36

        ohh, bitte entschuldige meine verspätete Antwort, ich war die Tage krank (das Geschwätz will dann wirklich niemand lesen ;)). Zum Aufspringen des Bügels („wire spring“) hab ich einen kurzen Beitrag gefunden http://www.bramakingblog.com/underwire-theory-wire-spring/. Dieses Aufspringen bei Dehnung sorgt dafür, dass sich der Bügel besser um das Brustgewebe legt und stützt.
        Schade um „La Mona“, da hat die Schließungswelle wirklich um sich gegriffen…
        LG

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        • formspielerins werke 3. Juli 2018 / 20:40

          Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei diesem Aufspringen um die Art der Konstruktion des Schnitts handelt, oder ob die Metallbügel selbst beweglich sein sollen. Das kann ich mir nicht vorstellen, meine sind es jedenfalls nicht. Ich sehe es so, dass der Bogen des Rahmens weiter sein soll als der der Cups, damit die konische Form des Rumpfes nachgeformt werden kann.

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