Winterliches Strick-Ensemble Teil 2

Nachdem ich letzte Woche die Idee vorgestellt habe, geht es nun um die Verarbeitung. Und ich bin auch schon relativ weit. Tragefotos gibt es allerdings erst nächste Woche, wenn der MMM mal kurz aus seinem Winterschlaf erwacht…

Strickjacke-Zeichnung3

 

 

Die Steppfütterung für die Jacke habe ich mit Volumenvlies und Veneziafutter selbst hergestellt, da ich nichts schlichtes, was meinen Vorstellungen entsprach, gefunden habe. Um gleichmäßige Abstände zwischen den Nähten halten zu können, hat meine Nähmaschine eine Stange zum Anstecken. Diese kann ich beidseitig verwenden, damit man den Stoff auch mal drehen kann. Wenn der Futterstoff in Querlinien gesteppt ist, kann ich den Jaquart in einem zweiten Arbeitsgang in Längsrichtung aufsteppen. Zwischen den Musterelementen ist gerade noch für eine Naht Platz und ich kann ohne Mühe die Richtung halten.

 

 

Die Kanten der Schnittteile habe ich dann mit Schrägband eingefasst. Die Nahtzugabe ist etwas größer, damit ich bei der Dicke des Stoffes die Weite der Jacke noch abstimmen kann. Die Verarbeitung gleicht eigentlich der, wie man es bei einem Dirndl macht, das schon fertig gefüttert auf verschiedene Passformbedürfnisse (im Laufe der Jahre) vorbereitet ist. Nur, dass ich es in diesem Fall nicht eng haben will. Das Armloch ist erst nach dem Einnähen des Ärmels eingefasst, weil man die Zugaben ja einschneiden muss, damit sie nicht spannen. Mit dem Reißverschlussfuß habe ich es einigermaßen hingepfuscht bekommen.

Die Kanten des Grobstricks sind mehrfach mit dem dreischrittigen Zickzackstich und ohne Fußdruck gesichert, d.h. der Stoff wurde nicht transportiert und musste durchgeschoben werden. Beim Absteppen des Saumbündchen bin ich an die Grenze meiner technischen Möglichkeiten gestoßen. Der Durchlass der Nähmaschine war an den Stellen mit Nahtzugabe nicht groß genug. Daher habe ich von Hand nachbessern müssen.

Aermelfisch
Innenärmel mit Polsterung am Oberarm

In die Jacke kommen Schulterpolster, und auch Ärmelfische, damit der Oberarm nicht hohl liegt. Im Innenärmel sind quasi kleine Taschen mit Volumenvlies, die den oberen Teil des Ärmels ausfüllen und einen glatten Fall unterstützen. Dass man das standartmäßig so macht, glaube ich nicht, denn es funktioniert nur, wenn man wie ich einen Ärmel ohne Einhalteweite hat. Für Innenärmel aus leichter Baumwolle habe ich mich entschieden, weil ich hoffe, die Ärmel sind dadurch winddichter. Leider lädt sich das Polyacrylmaterial des Grobstricks elektrostatisch auf, so dass sie auch isolierend zum Körper hin wirken können. Aber noch einen praktischen Sinn haben sie, denn so kann ich die Ärmelsäume miteinander verstürzen und muss mir keine Gedanken machen, wie ich eine saubere Saumkante am Strickstoff hinkriege. Der Innenärmel ist normal lang, während der Strickärmel mit Zugaben irrsinnige achtzig Zentimeter lang ist und einmal umgekrempelt wird.

Buendchenaermel
gleiche Nahtstrecken

Zwei verschiedene Versionen an Ärmel  habe ich konstruiert und war zunächst unschlüssig, welchen ich nehmen soll. Die niedrige Armkugel scheint praktisch, weil sportlich, hat aber den Nachteil, dass der Ärmel breit ist, viel Stoff benötigt und schwer wird. Der schmalere Ärmel mit gleich langer Nahtstrecke und der hohen Kugel sähe vielleicht nicht aus, befürchtete ich, und der Stoff wäre irreparabel verschnitten. Ich habe mich für einen Mittelweg entschieden. Von einem Bündchenärmel wie auf dem Bild zu sehen ist, bin ich natürlich schnell abgekommen und habe ihn zum Saum hin schmaler werden lassen. Die Weite des Innenärmel habe ich zuerst festgelegt. Den Strickärmel nach gleichem Schnitt zu machen hatte keinen Sinn. Es war viel zu viel Stoff da, der den Ärmel unförmig wirken ließ. An die passende Weite habe ich mich langsam herangetastet, immer von Hand geheftet und anprobiert. Die großzügige Nahtzugabe von zwei bis drei Zentimetern habe ich dann letztendlich komplett weggeschnitten, aber dennoch in dieser Weise genäht. Und alles passt auf wundersame Weise zueinander! Allein durch sein Gewicht erfährt der Grobstrick schon eine Dehnung, die man berücksichtigen muss.

Strickstoffe2

Für die Vorderteile habe ich ein Musterelement mittig ohne Nahtzugabe durchgeschnitten. Die Breite des Reißverschlusses sollte die Fehlstelle ersetzen. Weil ich aber sowieso den Eindruck hatte, das Vorderteil falle zu schmal aus im Vergleich zur Weite des Rückenteils, habe ich noch einen schmalen, schwarzen Stoffstreifen neben den Reißverschluß gesetzt. Dieser Streifen ist zwischen Oberstoff und Vlies mit Futter gesetzt. Den mit einem Vlieselinestreifen verstärkten Oberstoff habe ich eingeschlagen von Hand an das Reißverschlussband genäht.

Der Grundschnitt ist übrigens die „abnäherlose Bluse“ nach Müller&Sohn mit vertieftem Armloch und erhöhter Schulter.

Strickstoffe3

Die Länge der Jacke festzulegen, war nicht so einfach, denn Saumbündchenbreite und Kragenbreite mussten mit der Länge eines Reissverschlusses abgestimmt werden, wobei die Frage war, nehme ich 70 oder 75 Zentimeter. Kürzer gefiel mir besser.

 

Der Stoff ist nicht unbedingt als geeignet für eine Jacke anzusehen. Hin und wieder hatte ich bei der Verarbeitung schon Angst, er ist verschlissen, bevor die Jacke fertig ist. Aber es wird schon gehen, bei mir leiden die Sachen nicht allzu sehr.

 

Stretchhose

Für die Hose habe ich wieder meinen Jeansschnitt genommen, jedoch auf die Rückenpasse verzichtet. Die Innenseite des Bundes ist aus Baumwollstoff in gleicher Farbe. Zusammen mit Gewebeeinlage ist der Bund dann nicht mehr dehnbar. Die Gestaltung des unteren Teils der Hose fehlt noch, da ich mir nicht sicher bin, ob ich eine Steghose oder ein verkürztes Hosenbein mit Schlitz will. Oder vielleicht doch lieber mit einer schwarzen Hose kombiniere. -Soweit so gut, wir werden sehen!

 

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