Film- und Serien Sew-along Teil 3

KleidmodellNach der kleinen Zwischenfrage, was denn an Entwurf so gefiele, habe ich mich wie die Mehrheit für den ersten mit den schräg verlaufenden Streifen im Oberteil entschieden. Das ist vielleicht doch der spannendste.

Dafür werde ich die von der Konstruktion her vorgegebene Teilungsnaht versetzen wie es die gestrichelte Linie am Probemodell zeigt. Das wird sicher kein Problem sein, nun wo die Weite feststeht. Denn sofort gepasst hat es durchaus nicht. Die Papierbüste war mir wieder einmal eine Hilfe, denn dieser das Korsett angezogen habe ich ihr das Oberteil darüber sozusagen auf den Leib geschneidert. Auch mache ich die Spitze kürzer als es die Konstruktion vorsieht. Hinten wird die Unterkante fast gerade sein.

Zwei verschiedene Ärmel standen zur Auswahl. Den etwas längeren, weniger bauschigen vom oberen Bild werde ich nehmen. Teilweise wird er ja noch von der Dekoration, der Berthe abgedeckt.

Ein Halbteller-Rock hat sich als gut passend über den vielen Unterröcken erwiesen. Ich teile ihn in sechs Bahnen mit 30° Winkel, wie es die Bilder zeigen. Mal schauen, ob ich die Wäschespitze noch an den geplanten Volant setze. Da sind ja auch schon die Falten der Unterröcke, die herausschauen sollen. Diese sind aus gedoppelten, weißen Baumwollvoile gefertigt und liegen jeweils unter einer überhängenden Tüllstufe. So erreiche ich mehr Volumen im unteren Bereich. Die Länge bis zum Knie finde ich gerade noch praktikabel und an Breite kann man allein mit Stoff wohl nicht mehr erreichen.

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Neben Unterrock Nummer 2 und 3 gibt es noch Nummer 1. Den hatte ich schon früher mal gemacht. Er besteht aus dünnem, fast vliesartigem Nessel, den ich mal bei Alfatex gefunden habe, aber sonst noch nirgendwo gesehen habe. Die Falten sind zwar schon plattgedrückt, aber da er angenehm zu tragen ist und schon mal den ersten Abstand schafft, darf er dabei sein.

Die Falten der Petticoats sind so gelegt, dass sie sich aufstellen müssen, d.h. wenn sie am oberen Nahtband nach links gelegt sind, sind sie am unteren dann nach rechts laufend. Jede Stufe hat zwei Schichten Tüll. Sinnvoll fand ich, die Stufenhöhen so zu wählen, dass die Stufen der beiden Röcke versetzt aufeinander zu liegen kommen. Die Einziehung am Nahtband des einen Rockes wird mit dem Bausch des anderen Rockes ausgeglichen. Die in Falten zu legende Länge der Tüllstreifen ist jeweils mehr als doppelt so groß wie der engere Umfang aber weniger als das Doppelte des weiteren Nahtbandringes. Rock Nummer 3 hat am Saum dann schon einen Umfang von rund zwei Meter an Nahtband mit einem vier Meter langen Tüllstreifen. Für die beiden Röcke habe ich fünf Meter Tüll verbraucht. Man sieht es ihnen gar nicht an, finde ich.

Während Nummer 1 mit Knöpfen geschlossen wird, haben Nummer 2 und 3 für variable Weiten Klett- und Bindebandverschluß. Der obere Bereich von Nummer 3 besteht aus Volumenvlies. Da es mit Tüll abgedeckt ist, kann sich nichts ausreissen und es ist in sich stabiler. Mit dem Vlies erreiche ich schon am Rockansatz an der Taille eine Dicke, die sich bei Tüll erst im mittleren Bereich einer Stufe einstellt.

Mit den Handschuhen bin ich auch schon mal angefangen. Sie sind nicht gerade das Wichtigste an dem Outfit, aber nun sind sie schon halb fertig. Meine anfängliche Begeisterung hat sich etwas gelegt, denn nachdem beim ersten Handschuh alle Teile zusammengefügt waren, zeigte sich, dass die zwei mittleren Finger viel zu breit waren, fern jeder Eleganz. Der Punkt ist, kleiner Finger und Zeigefinger haben die Ober- und Unterhandfläche dazu eine Seitenfläche, macht drei Seiten. Die mittleren Finger haben jedoch neben Ober- und Unterhand- zwei Seitenflächen, macht vier. Wenn alle Streifen aber gleich breit sind, kann es nur unterschiedliche Umfänge geben. Ich kann nun anfangen, das irgendwie zu regulieren. An der Oberseite kann ich nichts verändern, das sähe man. Nur Unterhand und Seitenteile kann ich verschmälern. Es ist ärgerlich, wenn man nachbessern muss. Bei einem Buch erwarte ich ein ausgereiftes Konzept.

naht2

Inzwischen ist ein zweites Probeteil entstanden. Die Teilungsnaht des Oberteils habe ich nun so gesetzt, dass sie auf die Nähte des Rockes treffen. Um sie zu erzeugen, habe ich den großen Brustabnäher des Grundschnitts vorübergehend in die vordere Mitte verlegt, um vom per Zirkelschlag tief angelegten Träger aus einen großen Bogen über den Brustpunkt bis nach vorn zu einer unter Taille liegenden Spitze zu zeichnen. Ein größtmöglicher Taillenabnäher wurde zur Seite hin angemerkt. Der aufgeschnittene Bogen ergibt dann die Teilungsnaht, während die vordere Mitte wieder geschlossen wird. So „einfach“ ist das… Mein kleines Nähalbum kann nur schlaglichtartig die Möglichkeiten beleuchten, Genaueres ist den Fachbüchern zu entnehmen.

So weit bin ich also, und schon mal beruhigt, dass der Rohbau funktioniert. Dann kann ich ja endlich mit dem Kleid selbst anfangen. Mal schauen, was die anderen schon gemacht haben! Bei „Minimale Extravaganz“ sind die Verlinkungen zu finden. Das finale Ergebnis soll ab 16. Juli zu sehen sein.

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Ein Gedanke zu “Film- und Serien Sew-along Teil 3

  1. blaupause7 25. Juni 2017 / 20:08

    Es scheint ja gut voranzugehen mit Deinem Projekt – da drück ich dir die Daumen, dass Du es schaffst, auch wenn das mit den Handschuhen sich nicht so gut anlässt.

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