Fiorina classico – Blumenkleid

Nun wurde es auch schon höchste Zeit, dass ich mein Kleid fertig bekomme, der Sommer ist ja schon da!

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Lange habe ich nach einem schönen Blumenstoff gesucht, das halbe Internet umgekrempelt bis der örtliche Stoffhandel dann doch diesen Druck auf Viskosewebstoff für mich hatte. Er soll aus Italien sein, mittlere Preisklasse. Und weil er so passgenau ordentlich gedruckt ist, war es möglich, mustergleich zu arbeiten. Das Muster wird vorn trotz Knopfleiste fortgeführt.

Ich war so verwegen und habe das eine Teil vom Rand und das zweite aus der Mitte der 2,60 Meter langen Stoffbahn herausgeschnitten, alles andere würde sich schon finden. Insgesamt hatte ich mindestens einen halben Meter mehr als benötigt, dachte ich jedenfalls. Letztenendes hatte ich doch nicht mehr übrig als ein Rechteck von 50×80 Zentimeter und ein paar Streifen. Durch ausgiebiges Studieren des Musters passen auch die seitlichen vorderen Rockteile an das Mittelstück. Bei den Seitenteilen des Oberteils sieht man es nur ansatzweise.

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Alle Oberteilstücke sind mit Vlieseline H410 (die mit den Verstärkungsfäden) stabilisiert, sonst wäre der sehr weich fließende Stoff gar nicht zu bändigen gewesen. Erst nach dem Bebügeln war es möglich, die Teile ordentlich zuzuschneiden. Die Ärmel haben eine dünne aber festere Einlage bekommen, um etwas Stand zu erreichen. Der Rock ist bis auf die vordere Mitte nicht verstärkt.

Die Paspeln habe ich selbstgemacht aus der weißen Stretchpopeline aus der auch die maritime Bluse ist. Als Kern habe ich diesmal Häkelgarn genommen, vier Fäden während des Einnähens verdrillt. Mit dem kleineren Paspelfuß hat dies wie auch das spätere Annähen des fertigen Bandes sehr gut funktioniert.

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Der Schnitt ist in der Weite noch unverändert Grundschnitt nach Müller&Sohn. Ich habe lediglich eine Abnäherverlegung vorgenommen. Auch das Armloch ist original ohne Vertiefung. Ich habe beste Bewegungsfreiheit in alle Richtungen und bin total begeistert darüber. Das liegt sicher auch an der Gestaltung des Ärmels. Die sternförmige Erweiterung der Armkugel ist durch vier Falten (zwei nach vorn, zwei nach hinten weisend) fixiert. Die Manchette fasst noch eine kleine Kellerfalte.

 

 

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Der Rücken hat eine Mittelnaht. Ob das wirklich nötig gewesen wäre? Die Grundschnittkonstruktion sieht eine Einziehung von Hals bis Taille vor, ab da eine senkrechte Linie. Da mein Rückenteil über die Taille hinaus reicht, ist ein Zuschnitt im Stoffbruch nicht möglich ohne die Einziehung zu übergehen. Man könnte natürlich diesen Abnäherinhalt mit in die Teilungsnähte nehmen. Ich werde es demnächst mal ausprobieren. Hier bin ich nicht rechtzeitig drauf gekommen.

Das Kleid ist abgesehen von den Ärmeln durchgängig gefüttert nach dem gleichen Schnittmuster wie für den Oberstoff. Der Halsausschnitt ist einfach verstürzt ohne Besatz und die Kante dann abgesteppt. Das Rockteil ist kürzer, frei hängend und einfach ohne Falten geschnitten. Um größere Schritte machen zu können, sind die Seitennaht und der Ansatz an die Knopfleiste nicht ganz bis nach unten zugenäht. Am Armloch habe ich das Futter auch mit der Nähmaschine annähen können, da ich durch den offenen Rockteil wenden konnte. Man muss um eine Mitte herumnähen, aber wenn man dabei ist, sieht man schon, dass es geht.

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So bin ich für etwaige Festlichkeiten im Sommer schon mal ausgestattet.

Einen schönen MeMadeMittwoch wünsche ich euch noch! Diese Linkparty nutzen viele Hobbyschneiderinnen, um ihre Werke zu zeigen.

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6 Gedanken zu “Fiorina classico – Blumenkleid

  1. Lee 24. Mai 2017 / 6:55

    Ein tolles Kleid dass betimmt lange und gerne angezogen wird!
    Liebe Grüße,
    Lee

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  2. Frieda 24. Mai 2017 / 8:16

    Sehr schön, Dein Kleid! Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sauber Du arbeitest, gerade auch in Sachen Muster. Mir fehlt da oft entweder die Geduld oder ich mach einen Schusselfehler beim Zusammenstellen der passenden Bereiche… Liebe Grüße und viel Freude mit dem Schmuckstück! Frieda

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    • formspielerins werke 24. Mai 2017 / 8:44

      Es war natürlich riskant, alles einzeln zuzuschneiden, denn ich musste immer noch das Ganze im Auge behalten, damit ich auch alle Teile herauskriege. Sich so zu verspielen kann sicher nicht der Normalfall sein. Mein Gedanke war dabei schon, ob ich nicht Stoff verschwende. Aus den Resten wird mit etwas Phantasie vielleicht noch ein kleines Shirt.
      Irgendwo habe ich mal gelesen: „Jede Handarbeit ist auch Kopfarbeit.“ Den Spruch finde ich sehr schön treffend. Danke, Frieda!

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  3. Susanne Dienstag 24. Mai 2017 / 13:31

    Hat sich gelohnt, zu warten, bis dir der richtige Stoff über den Weg gelaufen ist-ein sehr schöner Stoff und das Kleid daraus natürlich auch und so sorgfältig durchdacht und genäht.
    LG von Susanne

    Gefällt 1 Person

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