Sonnenblumenbrosche

Wenn zum Winter hin die Kleidung von ihrer Beschaffenheit her weicher und voluminöser wird, können auch die Accessoires entsprechend ausfallen. So ist meine Sonnenblumenbrosche aus Strickwolle in Kombination mit Perlen gefertigt.

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Für die große Blüte wurde eine kreisrunde Fläche mit braunen und kupferfarbenen Glasschliffperlen ausgestickt. Die Perlen brauchen einen stabilen aber mit Nadel und Nylonfaden gut durchlässigen Untergrund. Daher verwende ich einen 2 Millimeter dicken gewebten Wollfilz. Er wird in einen Quiltrahmen eingespannt.

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Mit Wollfaden kommt man dagegen nur schwer durch den dicken Stoff. Für die Herstellung der Blütenblätter befindet sich daher um den Kreis herumgelegt ein Ring aus gehäkelten Luftmaschen in sonnengelb. Er ist mit Nähgarn so fixiert, dass durch die Maschen noch Fadenschlaufen gezogen werden konnten. Sie wurden an ihrem anderen Ende mit einer Sicherheitsnadel vorläufig am Stoff festgesteckt und so gespannt.  Die Schlaufen sollen so lang sein wie die gewünschten Blütenblätter, die jetzt einzeln vom Ansatz zur Spitze gewebt wurden. Abweichend von in Stickbüchern gezeigten gewebten Picots sind die Schlaufen dann mit einer Art Makrameeknoten zusammengefasst.

sonne5Die Blätter sind mit grünen und braunen Wollfäden auf lose gewebtem Leinen gestickt. Dafür wurde der griechische Schlingstich oder auch „closed cretan stitch“ angewandt. Der Leinenstoff wurde dann auf den Wollfilz geheftet, die Mitte wegen der Blüte ausgeschnitten.

 

 

Zwischen Blütenblätter und -mitten sind kleine Bögen aus transparentgelben und -orangen Rocaillen gestickt. Das Zentrum der kleinen Blüte ist mit braunem Faden einfach gewebt.

sonne6Dann erfolgte das Besticken der Zwischenräume mit Rocaillen der Größe 11/0 und 10/0 in kupfer und verschiedenen transparenten Farben durch beide Stoffe. Hierfür wandte ich eine Art Rückstich, den ich im Beitrag zum Perlenbild näher beschrieben habe, an.

 

 

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Nachdem die Arbeit knappkantig ausgeschnitten war, konnte der in gleicher Größe gesäumte und mit aufgenähten Broschierungen versehene Rückseitenstoff aufgeklebt werden. Der Rand musste dabei frei bleiben, denn mit Textilkleber benetzte Stellen lassen sich nur noch schwer mit Nadeln durchstechen. Dort ist eine andere Befestigung vorgesehen.

 

sonne2Der Rand wurde mit einer durchgehenden Reihe Rocaillen stabilisiert. Dazu nehme ich nach Befestigung des Fadens eine Perle auf und steche von der Vorderseite kommend in den Stoff ein. Ohne durch den Stoff zu gehen, fädele ich dann wieder von unten in dieselbe Perle ein. Mit einer neuen Perle wiederholt sich der Vorgang. Die Perlen legen sich dabei auf das Loch. Auf der Rückseite sieht man quer zum Rand verlaufende kurze Stiche, die ihn zähnchenartig unterteilen. So werden die beiden Stoffteile zusammenfassend umschlungen.

sonne1Herausgekommen ist letztendlich dies: Ein freundlicher Farbtupfer für Jacken und Mäntel!

 

Wer mehr handgestickte Dinge sehen möchte, kann auch noch mal bei der Linkparty „Handgestickt“ von „Made with Blümchen“ vorbeischauen, mit der auch dieser Beitrag verlinkt ist.

Außerdem finden sich beim „Creadienstag“ viele Inspirationen für eigene Werke.

4 Gedanken zu “Sonnenblumenbrosche

  1. made with Blümchen 19. Oktober 2016 / 8:13

    Wahnsinn, was Du für einen Aufwand betrieben hast! Toll Deine sehr ausführliche Erklärung der Arbeitsschritte – so ist das wirklich schön nachvollziehbar! Und danke fürs Verlinken bei der „handgestickt“-Linkparty! Deine Arbeit ist eine tolle Bereicherung. lg, Gabi

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