Juwelen für die Fledermaus

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Ab und zu muss etwas Glamour und Dramatik her. Viel Stoff könnte da ein geeignetes Mittel sein. Ich denke, hier ergänzen sich Rock und Bluse in ihrer Wirkung durch die Gegensätzlichkeit ihrer Weiten. Farben und Dynamik des edlen Druckmotivs begeistern und lassen den Abend magisch werden!

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 Die Bluse

Schmuck7Für die Konstruktion der Fledermausärmel werden die durch eine Oberarmnaht getrennten, halben Ärmelteile in Verlängerung der Schulter an Vorder- bzw. Rückenteil angelegt. Unter den Ärmeln wird gleichmäßig ein schöner Bogen vom Ärmelsaum zur Taille angezeichnet.

Schmuck13 Die wasserfallähnliche Drapierung des Vorderteils ist durch das Ausstellen der vorderen Mitte erreicht. Von der Taille nach oben hin ist quasi ein Tortenstück bis ein paar Zentimeter über die Schulter hinaus eingesetzt. Die Schulterlinie folgt im Bogen nach. Ein Beleg ist gleich mit angeschnitten. Da sich in der vorderen Mitte nun ein Knick befindet, kann man das Vorderteil nicht im Stoffbruch zuschneiden. Weil ich das aber gern wollte, habe ich mich entschlossen, den Schnitt zu teilen.

Den unteren Abschnitt vom Scheitelpunkt der ausgeschnittenen Parabel bis zum Saum habe ich dann einfach mal begradigt (auf dem Schnittmusterbild noch nicht zu sehen).

Wenn die Ärmel bei der Fledermaus- Konstruktion wie bei mir etwa im 65°-Winkel vom Rumpf abstehen, beträgt die Spannweite schon mehr als die Stoffbreite hergibt. Für Dreiviertelärmel reichte es, für lange Ärmel müsste ich doch irgendwo eine Naht setzen.

Einsatz

Der drapierte Einsatz reicht vom Schulterpunkt über den Brustpunkt bis zur vorderen Mitte in Kettenlinie. Der Einsatz ist in schrägem Fadenlauf zugeschnitten. Mustermäßig war das vertretbar und vielleicht ist der Fall sogar noch etwas besser dadurch.

Ich habe gedacht, ich könnte bei der ohnehin schon großen Weite auf die kleinen Schulterblattabnäher verzichten. Da der Grundschnitt aber sowieso schon leicht überschnittene Schultern hatte, verstärkte sich der Effekt noch. Also habe ich sie doch noch genäht, und vorn ein kleines Fältchen anbringen müssen, da ich mich mit der Naht in Kettenlinie am Schulterpunkt orientiert hatte. Was der Drapierung wiederum zuträglich war.

Das unveränderte Rückenteil ist ebenfalls im Stoffbruch zugeschnitten. Ein Verschluss wird nicht benötigt, da der Halsausschnitt, der auch hinten mit Beleg verstürzt ist, weit genug ist. Sämtliche Taillenabnäher habe ich weggelassen.

Einsatz-einfach

Unter dem Drapee-Einsatz befindet sich ein weiterer, glatter, mit dünnem Vlies unterstützter Einsatz. Die Kante ist natürlich verstürzt. Der Grund für diese Aktion ist, dass ich es nicht mag, wenn die Schulternaht nach hinten rutscht und sich die Ärmel verdrehen. Rückenteil und „Lätzchen“ geben der Sache nun mehr Halt. Ich habe ihn aus dem gleichen Stoff gearbeitet, könnte ihn mir aber auch in schwarz vorstellen, damit er möglichst unsichtbar bleibt. Die Stoffbruchlinie befindet sich nahe der originalen vorderen Mitte des Grundschnittmusters. Die Halsausschnittkante entspricht in der Höhe genau dem Fall der Drapierung und soll nicht sichtbar sein.

Der Rock

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Der etwas kürzere Rock ist nach dem gleichen selbst konstruierten Schnitt genäht wie der blaue Jeansrock im Beitrag „Anker lichten!“.

Die in einem Grundschnitt vorhandenen Abnäher sind vorn an die Seitennaht versetzt und damit wegrationalisiert. Hinten sind die Abnäher in die Passe integriert. Der Formbund enthält ebenfalls Abnäherteile, die gleich im Schnittmuster zusammengefügt sind.

Schlitz

Unbedingt sollte, wenn ein Schlitz gearbeitet wird, auch ein Untertritt vorhanden sein. Er wird direkt mit angeschnitten. Und wenn er etwas breiter ist, kann der Schlitz auch ruhig etwas höher angesetzt sein, ohne die freie Sicht auf alles zuzulassen.

Dieser ist zwei Zentimeter weiter zugenäht, als die Absteppung vorgibt. Bei dem festen Stoff fällt das nicht weiter auf.

Silberfarbige Metallnieten setzen Akzente auf den leicht glänzenden grauen Stretchstoff, während schwarze Ziernähte die Linienführung des Schnitts betonen. Besonderes Highlight ist die Stickerei am linken Tascheneingriff, die von Hand mit umwickelten Rückstichen erstellt ist. Neben silbernem und grünem Stickgarn sind nickelfarbene Rocaillen der Größe 11/0 und 15/0 verwendet sowie Roses montées.

Krone

Für die Verzierung mit Nieten hatte ich mir so genannte Hohlnieten ausgesucht. Ich frage mich, was da mechanisch passieren soll, damit die Teile zusammenhalten. Sie werden erst einmal zusammengesteckt. Ich sehe schon, der Pin ist eigentlich viel zu lang. Bei weiterer Belastung beult der Pin den Nietkopf von hinten aus oder das Ganze verzieht sich in Schräglage. Der Pin erweitert sich jedenfalls nicht unter dem Nietkopf wie wahrscheinlich vorgesehen ist. Vielleicht hat man bei festem Leder ja bessere Ergebnisse.

 

 

– Nun kommt meine Methode: Ich nehme nur das Hülsenteil und zusätzlich eine Ösenniete. Die Ösenniete wird zuerst von links aus angebracht. In einem zweiten Arbeitsgang stecke ich das Hülsenteil von der Vorderseite aus ein und biege es auf der Rückseite mit einem konisch geformten Werkzeug auf. Das hält und sieht gut aus.

 

 

Das Anbringen der Druckknöpfe lief auch nicht besonders gut. Wenn mit unterschiedlich dicker Stofflage zu rechnen ist, sind zwei Druckknöpfe am Bund nicht so praktisch, wie ich feststellen musste. Die Nahtzugaben können recht hinderlich sein. Die zwölf Millimeter großen Druckknöpfe stehen erst seit einer Reparatur so dicht beieinander. (Schon mal ein Jojo sternförmig verspannt?) Vielleicht ist auch der Stretchanteil des Stoffes daran schuld, dass sie sich herausgezogen haben. Ich habe sie jetzt zusätzlich von hinten mit Zweikomponentenkleber verklebt. Bleibt abzuwarten, wie lange es hält.

Juwelenbluse

Insgesamt bin ich mir nicht sicher, ob mir soviel Weite an einer Bluse gefällt. Es ist doch etwas ungewohnt.

So, und nun bin ich gespannt, was diese Woche bei After-work-sewing gezeigt wird!

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2 Gedanken zu “Juwelen für die Fledermaus

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