Ein Bild fast nur aus Perlen

Dargestellt ist eine hügelige Parklandschaft mit Bäumen und blühenden Beeten. In der Rotbuche sitzt ein Vogel, Libellen schwirren umher. Im Vordergrund befindet sich umgeben von Hecken ein Teich mit Seerosen. Hinter einem  Steinwall steht auf einer Wiese ein Pfau.

Pfauengarten0

Für dieses 20×20 Zentimeter große Bild sind hauptsächlich Rocaillen der Größe 11/0 verwendet (2 Millimeter Durchmesser). Manche sind irisierend, andere haben einen Silbereinzug oder sind metallisch bedampft. Umrahmt ist die Scenerie mit Stiftperlen und Rocaillen der Größe 8/0 und 6/0. Für den sicheren und geordnet aufrechten Halt der Perlen bietet sich ein besonderer Stich an, den ich im Folgenden beschreibe.

Perlensticken                                                       Und so wird es gemacht:

Nachdem der Faden gesichert ist, nimmt man aus dem Stoff herauskommend zwei Perlen auf. In einem Abstand von zwei Perlenbreiten sticht man in den Stoff wieder ein. Am Ausgangspunkt wird wieder ausgestochen und die Nadel durch die zwei befestigten Perlen geführt. Nun werden erneut zwei Perlen aufgenommen und mit kleinem Abstand eingestochen. Jetzt geht man unter dem Stoff drei Perlen zurück und sticht an der Stelle aus. Der Faden wird durch die letzten drei Perlen gezogen. Nun werden wieder zwei Perlen aufgenommen, eingestochen, drei Perlen zurückgegangen, an der Stelle aus dem Stoff herauskommend der Faden durch die letzten drei Perlen gezogen, zwei neue Perlen aufgenommen und immer so fort. Wenn man am Ende angelangt ist, nur einstechen ohne Perlen aufgenommen zu haben, eine Perle zurückgehend ausstechen, den Faden durch die letzte Perle ziehen, einstechen und den Faden vernähen und/oder knoten.

 

Große Perlmuttteile und Edelsteinkiesel sind mit dem Peyotestich eingefaßt. Wie die Knöpfe und andere Schmuckteile aus Metall sind sie zuvor auf den Stoff aufgeklebt worden. Normalerweise eignet sich als Untergrund 2 Millimeter dicker Wollfilz (gewebter Stoff). Ich habe hier dünneren Stoff verwendet, allein weil die Farbe (dunkelgrau) gefiel. Zum Sticken verwende ich Sticknadeln der Stärke 10 und Nymogarn. Aufgezogen ist die Arbeit auf den Bilderrahmenhintergrund. Weil es einige Höhenunterschiede auszugleichen gab, liegt sie aufgeklebt in einem Bett aus Acrylpaste.

Peyotezeichnung

Wenn man einen Stein einfassen will, macht man das beispielsweise in der Peyote-Technik. Zuerst stickt man eine Reihe wie beschrieben ringsum auf. Es muss eine gerade Anzahl von Perlen verwendet werden, sonst funktioniert das Ineinandergreifen der Reihen nicht. Am besten eignen sich dafür zylindrisch geformte Perlen, welche sich Delica nennen.

Aus der letzten Perle der ersten Reihe herauskommend nimmt man eine neue Perle auf. Man arbeitet auch hier von rechts nach links. In die übernächste Perle der fertigen Reihe sticht man wieder ein, zieht den Faden durch und nimmt erneut eine Perle auf. So geht es weiter bis die Reihe beendet ist. Nun ist es wichtig, den Aufschritt zu machen, d.h. noch einmal in die erste Perle dieser Reihe einzustechen. Von dort aus geht es mit einer neuen Reihe weiter. So ergibt sich nach wenigen Runden ein Band, das den Stein umschließt. Da der benötigte Durchmesser immer geringer wird, ist es sinnvoll für die letzte(n) Reihe(n) kleinere Perlen zu verwenden. Alles muss schön stramm gezogen werden. Die letzte Reihe wird mehrfach durchgefädelt und der Faden dann vernäht.

 

Als ganz nette Fachlektüre ist in diesem Zusammenhang die Zeitschrift „Perlenpoesie“ zu erwähnen, dessen Verlag „Beaders Best“ bisher jedes Jahr im August eine Messe in Hamburg organisiert hat. Neuerdings findet sie im April in Stuttgart statt. Die Messegesellschaft Hamburg-Schnelsen hat statt dessen die Messe im August übernommen. Dort geht es hauptsächlich ums Perlenfädeln zu Schmuck aber auch um das Sticken und Häkeln mit Perlen. Vielleicht läßt sich ja die/der ein(e) oder andere für diese liebste Zeitverschwendung begeistern!

Da auch Stickereien mit Perlen bei „Handgestickt“ , der Linkparty von „Made with Blümchen“, gern gesehen sind, lasse ich mal einen Hinweis da.

Schaut doch mal, was sich dort so tut!

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3 Gedanken zu “Ein Bild fast nur aus Perlen

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