Anker lichten!

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Jetzt wird es maritim. Den Anfang macht die rote Bluse aus Stretchpopelin. Mit ihrem breiten Reverskragen und den doppelreihig angeordneten, goldenen Knöpfen hat sie einen uniformhaften Charakter. Das Ankermotiv findet sich sowohl hier als Prägung auf den Metallknöpfen als auch am Jeansrock, aber dazu später.

 

 

Die Bluse hat als Grundlage einen Grundschnitt nach Müller & Sohn, der schon mit Zugaben konstruiert wurde. Bei Müller & Sohn gibt es keine Passformklassen wie bei Hofenbitzer, sondern nur Empfehlungen und Richtwerte. Mir reicht das völlig aus.maritim6

Auch die Konstruktion des breiten Revers ist von dort. Nicht alles ist festgelegt, vieles kann man auch einfach nach Gemüt und Wellenschlag machen. Bei einem breiten Kragen muss man das Rückenteil mit einbeziehen, sonst kann es sein, dass er zu eng wird und aufsitzt.

Der etwas verkleinerte Brustabnäher wurde nach unten verlegt. Den Brustabnäher zu verkleinern hat einen Passformverlust zur Folge, mit dem man sehr vorsichtig und planvoll umgehen sollte. Das Kleidungsstück ist dann nicht mehr so körpernah geschnitten. Manchmal will man genau das. Hier hielt ich es für sinnvoll, weil die Schultern leicht verbreitert und erhöht sind, um einem kleinen Schulterpolster Platz zu bieten.maritim2

Um die Taillierung zu erreichen, mussten nach der Konstruktion mit seinen Abnähern zusätzlich noch 8 Zentimeter untergebracht werden. Ich habe einfach den Grundschnitt angezogen und eine solche Weitenreduzierung beschlossen. Die Abnäher im Vorderteil und im mittleren Rücken sind daher vergrößert und in der Weise realisiert, dass nur auf Taillenhöhe einige Zentimeter senkrecht abgenäht sind. Die Spitzen sind offen gelassen und ergeben so eine lockere Raffung. An der Seitennaht ist ebenfalls reduziert worden.

 

Die kurzen Ärmel sind gekrempelt und mit Handstichen fixiert. Der Saum ist seitlich etwas ausgestellt, um eine leichte Schößchenoptik zu erhalten.maritim5

Der Jeansrock ist im oberen Teil genau wie eine Jeanshose gearbeitet. Er ist leicht ausgestellt geschnitten und hat einen rückwärtigen Schlitz.

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Auf einer hinteren Tasche ist eine mit Vlieseline verstärkte Applikation angebracht.

Als ich mir die mit senkrechten und waagerechten Linien abgesteppten Taschen in aufgenähtem Zustand so ansah, hatte ich die Idee, den Bogen des unteren Taschenrandes noch einmal aufzugreifen und steppte erst dann die gebogene Linie auf. Zusammen mit den von Hand gestickten Ecken könnte man nun ein Ankermotiv erkennen. Die Benutzbarkeit der Taschen ist auch nur wenig eingeschränkt.

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Der Patchworkstoff für den Taschenhintergrund ist mit Nessel und Bügelleinen  hinterlegt, damit in etwa die gleiche Festigkeit wie bei Jeansstoff erreicht wird.

Die dekorative Absteppung der Kanten der vorderen Taschen sind zweifarbig mit der Zwillingsnadel gemacht. Mit einer dritten Farbe ist in einfacher Naht noch einmal parallel daneben gesteppt. Ich verwende dafür Knopflochgarn und eine Stichlänge von 3,5 Millimeter.

In dieser frisch-fröhlichen Kombination kann ich nun an der Promenade spazieren gehen und mir erstmal ein Eis holen. Ahoi!

Was sonst so getragen wird, seht ihr beim MeMadeMittwoch!

 

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5 Gedanken zu “Anker lichten!

    • formspielerins werke 8. Juni 2016 / 14:39

      Vielen Dank! Es freut mich zu erfahren, wer bei mir liest. Die Statistik gibt ja leider nur Zahlen. „Wir wissen nicht, wer sie sind, aber es sind viele!“

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