Adrett in maigrün

Jeans2

So könnte man mich dieser Tage antreffen: in Bluse mit Weste und in einer Hose, die gern eine Jeans sein möchte.

Eigentlich ist hellgrün ja farbstilmäßig eher etwas für den Frühlingstyp. In Verbindung mit dunkelblau, finde ich, geht die Farbe auch für einen Sommertyp wie mich.

Die Bluse ist nach demselben Schnitt wie im Beitrag „Bluse für alle Tage“ gemacht.

Besonderheit ist hier, dass ich im Vorderteil einen inneren Besatz angefertigt habe, der die Form einer Passe hat, die erst gerade und dann parallel dem Halsausschnitt herum angepasst verläuft. Der dünne Baumwollstoff sollte eine Stabilisierung erfahren.Modezeichnung1

Von der rechten Seite aus habe ich mit der Zwillingsnadel mithilfe von Nadelmarkierungen die Form nachgesteppt. Eine echte Passe in dem Sinne, dass es ein Extraschnittteil gibt, existiert also gar nicht. Auf der Zeichnung sieht man, glaube ich, ganz gut, was ich meine.

Im Rückenteil gibt es eine echte Passe, die  durch einen inneren Besatz gedoppelt ist, und zwei Abnäher. Ansonsten ist die Bluse wie üblich verarbeitet.

Bluse1

Ich mag das Muster des Blusenstoffs sehr gern. Es hat so etwas nostalgisches, fast wie bei einer Liberty-Bluse. Ich mag es gern ein bisschen britisch. Alle Stoffe und Knöpfe sind jedoch von den fahrenden Händlern aus den Niederlanden und somit nicht besonders teuer gewesen. (Unsere hiesigen schließen sich dem Event auch gern an.)

Bluse2

Die Weste aus hellgrünem Feincord ist nach einem meiner wenigen alten Schnittmuster, die ich immer noch ganz gern verwende (Burda Moden 2/`94), gefertigt.

Etwas seltsam verhielt sich der Futterstoff, weil er keine Befeuchtung beim Bügeln vertrug: es gab Flecken von eigentlich sauberen destilliertem Wasser. Noch einmal komplett nass gemacht und trockengebügelt war später nichts mehr davon zu sehen.

Viele meiner Outfits sind in einer Mischung aus konstruieren, kopieren und vergleichen entstanden. So auch diese Hose aus dünnem Jeansstoff. Sie hat eine komfortable Leibhöhe; das heißt, der Bund befindet sich in der Taille und entspricht damit weitgehend einer Grundschnitthose.

Jeans1

Mir war wichtig, eine möglichst gerade verlaufende Seitennaht zu haben, damit ich sie problemlos mit 6mm breitem Zwillingsnadelzierstich absteppen konnte. Wenn die Hüftpartie sehr gebogen ist, ist es schwer, den Stoff flach unter die Nähmaschine zu bekommen. Wenn die Seitennaht genäht ist, steppe ich sie auch gleich danach ab. Wenn es schon ein geschlossenes Hosenbein gibt, ist das ja nicht mehr möglich.

Auf die Taschen mache ich jedes Mal ein anderes Muster für die Zierstichsteppung. Um es gleichmäßig hinzukriegen, gehe ich so vor, dass ich auf Seidenpapier vorzeichne, das Stück Papier auf den Stoff stecke und dann über alles nähe. Das Seidenpapier reiße ich danach vorsichtig wieder weg.

Jeansschnitt1 Jeansschnitt2

Hier sieht man das Schnittmuster, verschieden angeordnet. Auf dem ersten Bild glaubt man fast nicht, dass die Teile zusammenpassen. Bei einer folgenden Hose habe ich im Rücken denn doch etwas Höhe weggenommen. Die Innenbeinnaht ist gebogener als bei einer Grundschnitthose, um etwas Weite herauszunehmen.

Passe

Sämtliche Abnäher sind dadurch, dass sie an die Seiten gesetzt wurden, „weggezeichnet“. Eine andere Möglichkeit die Abnäher wegzubekommen ist diese. Dann sind die Nahtkanten der Passe und der Hinterhose unterschiedlich geformt, nicht so wie bei mir, wo es eher nach Dekoration aussieht. Eine Rückenpasse ist übrigens nicht nur schön, sondern schützt auch gegen Ausdehnen der Hose.

In einer Vorversion hatte ich einen geraden Bund gearbeitet. Das gefiel mir in der Tragbarkeit nicht ganz so gut. Bei der Umarbeitung habe ich festgestellt, dass eine Hose mit Formbund wie diese hier weniger Weite benötigt als eine mit geradem Bund. Das kommt sicher daher, dass sich ein Formbund mehr dem Körper anschmiegt. Ich habe nun gedacht, die Hose an der vorderen Mitte enger machen zu können, musste aber feststellen, dass die Verschlussleiste nicht so schräg stehen darf wie auf dem Foto und einigermaßen mit dem Fadenlauf übereinstimmen sollte, weil sie sich sonst leicht verzieht. Die Seitennaht der Hinterhose wäre auch ein guter Platz dafür gewesen.

Und so optimiert man halt von Mal zu Mal!

Was andere so nähen, kann man beim MeMadeMittwoch sehen.

3 Gedanken zu “Adrett in maigrün

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